Steuer 2017: Private Krankenversicherung steuerlich absetzbar

Kosten der Krankenversicherung sind steuerlich absetzbar. In gleichem Maße wie die gesetzlichen Krankenversicherungsbeiträge können in der persönlichen Steuererklärung für 2017 auch die Beiträge für die private Krankenversicherung steuerlich geltend gemacht werden.

  • Da die Kosten der privaten Krankenversicherung steuerlich absetzbar sind kann das zu versteuernde Einkommen zu verringert und mitunter eine Steuerrückerstattung erreicht werden.

Allerdings müssen Versicherte hierzu einige Voraussetzungen beachten, um die Beiträge in ihrer Steuererklärung absetzen zu können. Gleichzeitig müssen Höchstgrenzen berücksichtigt werden, bis zu denen die Absetzbarkeit gesetzlich geregelt ist.

Kosten der Privaten Krankenversicherung in der Steuererklärung 2017

Erfahren Sie hier alles über die Voraussetzungen, sowie die Höchstgrenzen der steuerlichen Absetzbarkeit der Krankenversicherung in 2017. Auf folgende Punkte wird eingegangen:

  • Höhere steuerliche Begünstigung von Sonderausgaben dank Bürgerentlastungsgesetz
  • Voraussetzungen der steuerlichen Absetzbarkeit der Krankenversicherung
  • Angaben in der Einkommens-Steuererklärung
  • Maximaler steuerlich absetzbarer KV-Beitrag

Bürgerentlastungsgesetz gilt auch für privat Versicherte

Mit der Einführung des Bürgerentlastungsgesetzes im Jahr 2010 hat sich die Absetzbarkeit für Krankenversicherungsbeiträge deutlich verbessert.

Private Vorsorgeaufwändungen steuerlich begünstigt

Die Bundesregierung hatte sich entschieden, die Grenzen für die Absetzbarkeit derartiger Vorsorgeaufwändungen deutlich zu erhöhen und so noch mehr Menschen die Möglichkeit zu geben, ihre Versicherungsbeiträge mit ihrem Einkommen zu verrechnen.

Solche Vorsorgeaufwendungen verringern nämlich das zu versteuernde Einkommen und die Steuerlast sinkt. In vielen Fällen bleibt Versicherungsnehmern so mehr netto vom brutto und sie können sich über höhere Einkommen freuen.

PKV Beiträge sind Sonderausgaben und können steuerlich geltend gemacht werden

Die Beiträge für die private Krankenversicherung können seit einigen Jahren als Sonderausgaben steuerlich geltend gemacht werden.

Im Detail ist die Absetzbarkeit der Beiträge im §10 des Einkommenssteuergesetzes (EStG) geregelt.

Im Absatz 1 Punkt 3 wird beschrieben, dass Beiträge, die für die Krankenversicherung sowie die Pflegeversicherung entrichtet werden, im Rahmen der Sonderausgaben als Vorsorgeaufwendungen in der Steuererklärung angegeben und steuerlich abgesetzt werden können.

Weitere steuerlich absetzbare Vorsorgeaufwendungen:

  • Pflegeversicherung
  • Rentenversicherung / Lebensversicherung / betriebliche Altersvorsorge

Der Ansatz von Vorsorgeaufwendungen war bereits vor Einführung des Bürgerentlastungsgesetzes möglich, damals allerdings in deutlich geringerem Umfang. Zudem war die Absetzbarkeit vor allem auf Versicherungsbeiträge zu privaten Rentenversicherung oder Lebensversicherungen beschränkt.

Der Ansatz der Krankenversicherungsbeiträge bringt vielen Versicherungsnehmern deutliche steuerliche Vorteile.

Voraussetzungen zur steuerlichen Berücksichtigung der KV-Beiträge

Versicherungsnehmer der PKV müssen allerdings beachten, dass der KV-Beitrag nicht komplett abgesetzt werden kann. Das Einkommenssteuergesetz nennt hierzu einige Regularien, die entsprechend berücksichtigt werden müssen.

Dem Gesetz zufolge können nämlich nur solche Aufwendungen steuerlich berücksichtigt werden, die der Basisversorgung bzw. der Grundversorgung entsprechen. Die Versicherungsbestandteile dürfen demnach den Leistungskatalog der gesetzlichen Krankenversicherung nicht übersteigen.

  • Vorsorgeaufwendungen nur im Umfang des gesetzlichen Leistungsumfangs steuerlich absetzbar

Die klassischen Behandlungen beim Hausarzt sowie beim Zahnarzt und im Krankenhaus sind demnach steuerlich absetzbar. Ein stationärer Tarif mit Chefarztbehandlung hingegen kann nur teilweise angesetzt werden, da die Chefarztbehandlung nicht Bestandteil der GKV-Leistung ist.

Der Basistarif der PKV, der dem Leistungsumfang der GKV entspricht, ist nach diesen Vorgaben in voller Höhe absetzbar. Bei allen anderen Tarifen hingegen können unter Umständen nur Teilbeträge angesetzt werden.

Berechnung der Höchstgrenzen steuerlicher Berücksichtigung in 2017

Neben den Beschränkungen hinsichtlich der Leistungen gelten auch bei den Versicherungsbeiträgen selbst Einschränkungen. Diese sind nach dem Einkommenssteuergesetz §10 Absatz 4 auf 1.900 Euro für Arbeitnehmer, Rentner und Beamte und Beihilfeberechtigte beschränkt.

  • Maximal 1900 Euro im Jahr steuerlich absetzbar

Somit können maximal 1.900 Euro an Krankenversicherungsbeiträgen in 2017 steuerlich berücksichtigt werden, auch wenn der tatsächliche Beitrag in den meisten Fällen deutlich höher liegt.

Steuerersparnis abhängig vom persönlichen Einkommenssteuersatz

Die Steuerersparnis, die durch den Ansatz der PKV-Beiträge erzielt wird, sind je nach individuellem Steuersatz verschieden und können wie folgt ausfallen:

  • 1.900 Euro x persönlichem Steuersatz = jährliche Ersparnis

Beispiel zur Berechnung der Steuerersparnis in 2017:

  • 1.900 Euro x 15 Prozent = 285 Euro
  • 1.900 Euro x 20 Prozent = 380 Euro
  • 1.900 Euro x 30 Prozent = 570 Euro

Die Steuerersparnis steigt demnach, je höher der persönliche Steuersatz ermittelt wird.

Beitragsrückerstattung mindern den abzugsfähigen Betrag in der Steuererklärung

Bei der Berechnung muss bedacht werden, dass Beitragsrückerstattungen der privaten Krankenversicherung den steuerlich abzugsfähigen Betrag mindern.

Da die Rückerstattungen die tatsächlichen Kosten für die PKV mindern, müssen sie auch in der Steuererklärung entsprechend angegeben werden. Dies kann dazu führen, dass der abzugsfähige Betrag und damit die Steuererstattung deutlich geringer ausfallen.

  • Beitragsrückerstattungen mindern Steuerersparnis

Hier kann es unter Umständen lohnen, gemeinsam mit dem Steuerberater eine Strategie zu erarbeiten und zu berechnen, ob es sich tatsächlich lohnt, für die Beitragsrückerstattung eventuelle Rechnungen für Behandlungen, Medikamente oder Heil- und Hilfsmittel selbst zu tragen.

Auch Selbständige können Krankenversicherung steuerlich absetzen

Selbstständige müssen ihre Krankenversicherungsbeiträge in aller Regel selbst tragen. Sie erhalten keinen Arbeitgeberzuschuss und müssen daher deutlich höhere Kosten übernehmen.

Um diese größeren Belastungen auszugleichen, wurde die Obergrenze zur steuerlichen Berücksichtigung von PKV-Beiträgen bei Selbständigen entsprechend angepasst. Selbstständige ebenso wie Freiberufler können somit pro Jahr 2.800 Euro an Vorsorgeaufwendungen in ihrer Steuererklärung angeben und absetzen.

  • Freiberufler und Selbständige können bis zu 2800 Euro/Jahr von der Steuer geltend machen

Auch bei Selbstständigen ermittelt sich die definitive Ersparnis jedoch nach dem persönlichen Steuersatz und kann sich wie folgt berechnen:

  • 2.800 x persönlicher Einkommenssteuersatz = Steuerersparnis
  • 2.800 Euro x 20 Prozent = 560 Euro
  • 2.800 Euro x 30 Prozent = 840 Euro
  • 2.800 Euro x 40 Prozent = 1.120 Euro

Zusätzlich zu den Krankenversicherungsbeiträgen können Selbstständige und Freiberufler Vorsorgeaufwendungen zur privaten Altersvorsorge von der Steuer absetzen, so z.B. die Kosten einer privaten Rentenversicherung oder Lebensversicherung.

Steuererklärung 2017: Einfache Übermittlung dank persönlicher Steuer-ID

Um in der persönlichen Einkommenssteuererklärung auch die PKV vorschriftsmäßig absetzen zu können, müssen sich Versicherungsnehmer von ihrer Krankenversicherung bestätigen lassen, welche Beitragsbestandteile berücksichtigt werden können.

  • Bestätigung der Krankenversicherung für das Finanzamt notwendig

Wie oben bereits beschrieben, ist es nicht immer möglich, den kompletten KV-Beitrag anzusetzen, da die Leistungen der Privatversicherung vielfach die Leistungen der gesetzlichen Kassen übersteigen.

Die Versicherungen erstellen hierzu auf Wunsch eine entsprechende Aufstellung, die dann im Rahmen der Steuererklärung angegeben werden kann. Hierauf ist der Beitragsanteil, der als Sonderausgaben angesetzt werden kann, explizit genannt und kann entsprechend übernommen werden.

Private Krankenversicherung meldet abzugsfähige Beiträge an das Finanzamt

Alternativ ist es bei vielen Versicherungen auch möglich, die persönliche Steuer-ID direkt bei der Krankenversicherung zu hinterlegen. Diese übermittelt die Daten dann direkt ans Finanzamt, sodass die zusätzliche Bescheinigung nicht mehr nötig ist.

Beiträge für Krankenversicherung der Kinder ebenfalls steuerlich absetzbar

Die Absetzbarkeit der Krankenversicherungsbeiträge gilt natürlich nicht nur für den Versicherten selbst, sondern auch für dessen Kinder und Ehegatten ohne eigenes Einkommen.

Schließlich müssen privat Versicherte auch für ihre Kinder einen Krankenversicherungsbeitrag leisten, da eine kostenfreie Familienversicherung in der PKV im vergleich zur GKV nicht existiert.

Um auch die Beiträge für Kinder und Ehegatten zur privaten Krankenversicherung in 2017 steuerlich absetzen zu können, müssen auch hier die Kosten im Rahmen des gesetzlichen Leistungskatalogs der Krankenkassen eingehalten werden. Diese müssen ebenfalls von der Versicherung bestätigt werden.

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