Private Krankenversicherung Arbeitgeber-Zuschuss 2017

Angestellte und Arbeitnehmer mit einem sozialversicherungspflichtigen Einkommen erhalten einen Zuschuss zu ihrer Krankenversicherung. Diesen Arbeitgeberzuschuss gibt es ebenso für die private Krankenversicherung (PKV).

Wie hoch der maximale Krankenversicherung Zuschuss 2017 ist und wie hoch jeweils der Arbeitgeberanteil (AG-Anteil) und Arbeitnehmeranteil (AN-Anteil) ausfällt, erfahren Sie im folgenden Beitrag.

Auch für Kinder und Ehegatten kann ein entsprechender Arbeitgeberanteil eingefordert werden. Die Höhe des Arbeitgeberzuschusses ermittelt sich aus den Vorgaben des Sozialgesetzbuchs V und ist auch von den jeweils aktuellen Beitragsbemessungsgrenzen abhängig.

  • Aufgrund einer Anhebung der Verdienstgrenzen (BBG KV 2017) steigt 2017 auch der KV Höchstbeitrag und damit auch die Höhe des KV-Zuschusses
  • Selbständige und Freiberufler erhalten keinen Zuschuss zu ihrer Krankenversicherung

Zuschuss zur privaten Krankenversicherung 2017: Voraussetzungen

Die Absicherung im Krankheitsfall ist in Deutschland ein elementarer Bestandteil der Sozialversicherung. Arbeitnehmer müssen die Kosten für die Krankenversorgung nicht allein übernehmen, sondern werden hierbei von ihren Arbeitgebern über den KV-Arbeitgeberanteil bezuschusst.

Dies gilt natürlich nicht nur für Versicherte der gesetzlichen Krankenkassen, sondern auch für Versicherungsnehmer in der privaten Krankenvollversicherung.

  • Private Krankenversicherung: Zuschuss auch für die PKV

Voraussetzung für den PKV Zuschuss 2017

Sie müssen allerdings einige Voraussetzungen erfüllen, um in den Genuss der Arbeitgeberförderung zu kommen. Welche Voraussetzungen dies im Detail sind, zeigt das Sozialgesetzbuch V.

Es schreibt die Leistungen der gesetzlichen Krankenversicherung fest und zeigt demnach auf, welche Leistungen auch die private Krankenversicherung bieten muss. Die Versicherung muss demnach substitutiv sein und den Anforderungen der GKV entsprechen.

Die bezuschussten Versicherungsleistungen der PKV

Für den Erhalt des PKV Arbeitgeberzuschusses 2017 müssen die Leistungen also mit denen der gesetzlichen Kassen vergleichbar sein. Dabei spielt es keine Rolle, dass in der Privatversicherung häufig weiterführende Leistungen angeboten werden.

Diese können Versicherte natürlich ganz nach Wunsch individuell nutzen, der Arbeitgeberanteil jedoch muss hierfür nicht berücksichtigt werden.

  • Arbeitgeberzuschuss nur auf Leistungen der PKV gemäß der Grundsicherung in der GKV

Eine weitere Voraussetzung für den Arbeitgeberzuschuss ist der  Verzicht auf die ordentliche Kündigung, denn eine umfassende Krankenversicherung ist verpflichtend.

Lediglich dann, wenn Versicherungsnehmer den Wechsel von einer Versicherung zur anderen planen, kann die Kündigung ausgesprochen werden. Die Annahmeerklärung der aufnehmenden Versicherung sollte allerdings vorhanden sein.

  • Kein Zuschuss bei ersatzloser Kündigung der Krankenversicherung (allgemeine Krankenversicherungspflicht)
  • Wechsel von GKV zu PKV und umgekehrt ist erlaubt
  • ebenso der Wechsel innerhalb der privaten Krankenversicherung (PKV zu PKV)

Einfluss der Beitragsbemessungsgrenze auf Arbeitgeberanteil & Arbeitnehmeranteil

Der Anteil der Arbeitgeber für die private Krankenversicherung ihrer Arbeitnehmer wird maßgeblich von der Beitragsbemessungsgrenze, kurz BBG, für die gesetzliche Krankenversicherung bestimmt. Diese Einkommensgrenze legt fest, bis zu welchem Einkommen der prozentuale Anteil zur GKV entrichtet werden muss. Höhere Einkommen bleiben unberücksichtigt.

Der Beitrag zur GKV berechnet sich wie folgt:

Die Verdienstgrenze zur Beitragsbemessung wird jährlich neu festgelegt, und zwar auf Basis der aktuellen Einkommensentwicklung. Im Jahr 2017 wurde die Beitragsbemessungsgrenze für die gesetzliche Krankenversicherung auf 52.200 Euro pro Jahr bzw. 4.350 Euro monatlich festgelegt und damit um 1,85 Prozent gegenüber dem Vorjahr angehoben.

Der maximale Beitrag 2017 zur gesetzlichen Versicherung beträgt damit:

  • 4.350 Euro x 14,6 Prozent = 635,10 Euro

Von diesem Betrag tragen Arbeitgeber und Arbeitnehmer jeweils die Hälfte und damit 317,55 Euro.

Höhe des Arbeitgeberzuschusses 2017 zur Krankenversicherung

Privat versicherte Arbeitnehmer haben grundsätzlich, ebenso wie gesetzlich Versicherte, Anspruch auf einen hälftigen Arbeitgeberzuschuss zu ihrer PKV. Um die Arbeitgeber jedoch nicht zu stark zu belasten, wurde ein Maximalbeitrag auf Basis der Beitragsbemessungsgrenze festgelegt.

  • Maximaler Arbeitgeberanteil bzw. KV Zuschuss 2017 von 317,55 Euro/Monat

Arbeitgeber müssen demnach auch für die private Versicherung ihrer Mitarbeiter maximal 317,55 Euro pro Monat als Arbeitgeberzuschuss entrichten.

Höhere Beiträge sind natürlich möglich, dann jedoch auf freiwilliger Basis und auf Kosten des Arbeitnehmers. Nutzt der Arbeitnehmer eine günstige Krankenversicherung, kann der Arbeitgeberzuschuss natürlich auch unterhalb von 317,55 Euro liegen.

Krankentagegeldversicherung: Arbeitgeberzuschuss 2017 auch für private Lohnfortzahlung

Hier muss beachtet werden, dass auch das Krankentagegeld in die Berechnung des Zuschusses eingeht, denn auch gesetzlich Versicherte beziehen eine Lohnfortzahlung im Krankheitsfall. Damit diese auch privat Versicherte nutzen können, muss eine private Krankentagegeldversicherung abgeschlossen werden, die je nach Vereinbarung ab dem ersten oder auch den 30. Tag der Erkrankung eine entsprechende Summe zahlt.

Sonderfälle bei Teilzeitbeschäftigung

Sofern das Einkommen des Versicherten die Beitragsbemessungsgrenze 2015 nicht überschreitet, eine Rückkehr in die gesetzliche Versicherung aber ebenfalls ausgeschlossen ist, berechnet sich der Arbeitgeberzuschuss 2015 auf Basis des Bruttoentgeltes.

Regelung bei Elternzeit Altersteilzeit Kurzarbeit

Damit ermittelt sich dieser analog zur gesetzlichen Versicherung und kann damit unter Umständen geringer sein als der hälftige Versicherungsbeitrag.

Dies kann etwa während der Elternzeit, aber auch während der Altersteilzeit der Fall sein. Auch während einer eventuellen Kurzarbeit beziehen Arbeitnehmer den Zuschuss lediglich auf Basis ihres Einkommens.

Da Arbeitgeber jedoch für gesetzlich Versicherte den vollen Beitrag übernehmen, erhalten auch Versicherte der PKV einen entsprechenden Ausgleich. Dieser beträgt in den meisten Fällen 80 Prozent des Differenzbetrages von Normalgehalt und Kurzarbeitergeld.

Zuschüsse auch bei Beitragsrückerstattungen

Die Zuschüsse der Arbeitgeber für die private Krankenversicherung bleiben in jedem Fall erhalten. Dies gilt auch dann, wenn Versicherte von ihrem Versicherungsunternehmen eine Beitragsrückerstattung (BRE) erhalten, etwa aufgrund von gesundheitsbewusstem Verhalten.

Diese Beitragsrückerstattung wird in der Regel zu Beginn eines Jahres ausgezahlt und steht dem Versicherten in voller Höhe zur Verfügung.

  • Arbeitgeberzuschuss trotz sinkenden PKV-Beitrags durch Beitragsrückerstattung

Da sich der Versicherungsbeitrag durch die Rückerstattung in der Summe verringert, erhöht sich gleichzeitig der Zuschuss der Arbeitgeber und Versicherte müssen geringere Kosten tragen.

  • Daher kann es sich durchaus lohnen, einen entsprechenden Tarif mit Beitragsrückerstattung zu wählen und die Voraussetzungen für die Erstattung zu erfüllen. Ein PKV Vergleich ist hier sinnvoll

Arbeitgeber Zuschuss 2017 auch für die private Pflegeversicherung

Die Pflegeversicherung ist seit einigen Jahren ebenso wie die Krankenversicherung in Deutschland eine Pflichtversicherung.

Gesetzlich Versicherte zahlen ihre Beiträge wiederum entsprechend ihrem Einkommen bis zur Höhe der Beitragsbemessungsgrenze.

Privat Versicherte haben bei privaten Krankenkassen die Möglichkeit, neben der Krankenversicherung auch eine private Pflegeversicherung bzw. eine private Pflegezusatzversicherung abzuschließen. Die Kosten hierfür werden ebenfalls zwischen Arbeitgeber und Arbeitnehmer (Arbeitgeberanteil als Zuschuss) aufgeteilt.

Der Pflegeversicherung Beitrag für gesetzlich Versicherte:

  • Bruttogehalt x Beitragssatz = monatlicher Beitrag

Der Pflegeversicherung Beitragssatz wird von der Bundesregierung festgelegt und beträgt 2017 für alle Arbeitnehmer im Bundesgebiet außer Sachsen 1,175 Prozent. Auch Arbeitgeber zahlen diesen Beitrag.

  • Sonderfall: In Sachsen übernehmen die Arbeitnehmer jedoch 1,675 Prozent, Arbeitgeber übernehmen in diesem Bundesland lediglich 0,675 Prozent.

Der maximale Pflegeversicherung Beitrag 2017 für Arbeitgeber im Bundesgebiet außer Sachsen

  • 4.350 Euro x 1,175 Prozent = 55,46 Euro
  • Der Zuschuss des Arbeitgebers errechnet sich genau gleich

Der maximale Beitrag für Arbeitgeber in Sachsen:

  • 4.350 Euro x 1,675 Prozent = 72,86 Euro
  • Zuschuss des Arbeitgebers: 4.350 Euro x 0,675 Prozent = 29,36 Euro

Privat Versicherte haben damit einen Anspruch auf einen Arbeitgeberzuschuss für die Pflegeversicherung in Höhe von 55,46 Euro im Bundesgebiet bzw. 29,36 Euro in Sachsen.

Private Krankenversicherung Zuschuss 2017 für Familienangehörige

Anders als die gesetzliche Versicherung, bei der nicht verdienende Familienangehörige kostenfrei versichert sind, bietet die private Krankenversicherung keine Familienversicherung.

Dennoch haben gesetzlich Versicherte die Möglichkeit, einen entsprechenden PKV Zuschuss 2017 ihres Arbeitgebers zu erhalten. Dieser berechnet sich dann nach den oben genannten Formeln und auf Basis der Beitragsbemessungsgrenze.

Ein PKV Arbeitgeberzuschuss 2017 für Familienangehörige kann unter anderem für

  • Ehepartner,
  • Kinder,
  • Stiefkinder und Pflegekinder beantragt werden.

Diese Kinder dürfen allerdings nicht hauptberuflich erwerbstätig sein, zugleich darf deren Einkommen die Grenze von 353 Euro pro Monat nicht übersteigt. Bei einem Minijob wurde die Entgeltgrenze auf 400 Euro festgelegt.

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