Stiftung Warentest vergleicht Beihilfeergänzungstarife für Beamte

Im aktuellen Krankenversicherung Test für Beamte und Beamtenanwärter hat die Stiftung Warentest die sogenannten Beihilfeergänzungstarife und Wahlleistungstarife der PKV untersucht und einem Vergleich unterzogen.

Zusatzversicherung Beamte

Beihilfeergänzungstarife und Wahlleistungen für Beamte im Vergleich der Stiftung Warentest

Für Staatsdiener des Bundes und der Länder kann es sinnvoll sein, solche Zusatzversicherungen rechtzeitig abzuschließen, da die Beihilfe nicht alle anfallenden Kosten übernimmt.

Im Finanztest Bericht wird auf die Ergänzungen der Beihilfe und die Tarife im Vergleich eingegangen.

So können Beamte ihre Zuzahlung zur Beihilfe drastisch reduzieren – oder sogar die kompletten Kosten ersparen.

Zuzahlung zur Beihilfe bei Wahlleistungen

Die Beihilfe zahlt keinerlei Zuschüsse für Brillen bei normaler Sehschwäche. Ebenso bleiben Beamte auf den vollen Kosten sitzen, wenn sie im Krankenhaus die Chefarztbehandlung wünschen oder die Unterbringung im Ein- oder Zweibett-Zimmer.

Zuzahlungen müssen die Staatsdiener auch bei anfallenden Laborkosten im Rahmen einer Zahnbehandlung. Und auch die Kosten der Behandlung beim Heilpraktiker werden nicht vom Dienstherren bezuschusst. Das gilt für die Bundesbeamten und für die meisten Landesbeamten.

Folgende Bundesländer gewähren keinen Zuschuss über die Beihilfe für Wahlleistungen im Krankenhaus:

  • Berlin
  • Brandenburg
  • Bremen
  • Hamburg
  • Meck­lenburg-Vorpommern
  • Nieder­sachsen
  • Saar­land
  • Schleswig-Holstein

Eigenanteil bei Kostenerstattung von PKV und Beihilfe

Für Beamte übernimmt der Dienstherr (Bund und Länder) ein Teil der Krankheitskosten über die Beihilfe. Diese beträgt je nach Bundesland meist 50 Prozent, für Familienangehörige oder Pensionäre sind es 70 bis 80 Prozent. Die restlichen Kosten werden über die private Krankenversicherung, sogenannte Restkostenversicherungen, abgedeckt.

Da jedoch weder die Beihilfe noch die PKV für alle Kosten zu 100% aufkommt, müssen Beamte einen Eigenanteil tragen, die schnell einige hundert bis schlimmstenfalls tausende Euro betragen können. Hier greifen die Beihilfeergänzungstarife oder Wahlleistungstarife im Krankenhaus und schließen diese Lücke.

53 Krankenzusatzversicherungen für Beamte im Test der Stiftung Warentest

In ihrem Test hat sich die Stiftung Warentest hauptsächlich auf Beihilfeergänzungstarifen für folgende Leistungen konzentriert.

  • Brillen
  • Material- und Labor­kosten bei Zahn­ersatz
  • Heilpraktikerbe­hand­lungen

In den meisten Beihilfeergänzungstarifen sind keine Wahlleistungen im Krankenhaus versichert. Wer auch diese Lesitungen (Chefarztbehandlung, Unterbringung im Ein-/Zwei-Bett-Zimmer abdecken möchte, muss zusätzlich einen Wahlleistungstarif abschließen. Die Testergebnisse stellt die Stiftung Warentest auf test.de kostenpflichtig zum Download bereit.

Versicherung auch nach der Verbeamtung möglich

Beamte, die ihren Eigenanteil minimieren möchten, können eine solche Zusatzversicherung auch nach der Verbeamtung abschließen. Allerdings sollten Beihilfeergänzungstarife und Wahlleistungstarife gleich mit der Haupt-PKV zum Anfang der Verbeamtung abgeschlossen werden, so die Empfehlung der Stiftung Warentest.

Da bei einer nachträglichen Versicherung eine erneute Gesundheitsprüfung verlangt wird, gehen Beamte so das Risiko von Zuschlägen oder gar der kompletten Ablehnung des Antrags seitens der privaten Krankenversicherung ein. Zudem weist die Stiftung Warentest auf den Umstand hin, dass solche Zusatzversicherungen ausschließlich bei der PKV abgeschlossen werden können, bei der die Haupt-Police läuft.

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